Albums | Ferenc Snétberger
FOR MY PEOPLE
Ferenc Snétberger - acoustic guitar
Markus Stockhausen - trumpet (# 2 & 4), flügelhorn (# 3) 
The Franz Liszt Chamber Orchestra (# 5-7)
 
Concert Master: János Rolla; Violins I: János Rolla, György Lovas, Zoltán Tfirst, Péter Hamar, Lili Áldor; Violins II: Kálmán Kostyál, Zsuzsa Weisz, Péter Gazda, György Kiss, Éva Isépy; Violas: Mihály Várnagy, Attila Lezsák, András Pista; Cellos: Mária Frank, Otto Kertész, Anna Sándor; Double Bass: Alajos H. Zováthi  
1. Mazurka 3:51
2. Hajnal 6:56
3. Gond Nélkül 3:39
4. Alkony 9:05
5. Hallgató (Adagio - Allegro) 8:09
6. Emlékek (Adagio) 8:06
7. Tánc (Allegro furioso) 3:38
8. Fantázia 5:06
9. Vals Criollo / Vals Gitano 1:52
 
label
ENJA  9387-2
release date
2000 
 
 
Über die CD:
"In memory of my people" hat Ferenc Snétberger sein erstes Werk für Gitarre und Orchester genannt. Der heute überwiegend in Berlin lebende Musiker beschäftigt sich darin mit den kulturellen Wurzeln seiner eigenen ungarischen Heimat. Ferenc Snétberger ist vor allem bekannt dafür, daß es ihm gelingt, unterschiedliche Einflüsse aufzunehmen, verschiedene Kulturen zu verschmelzen und daraus einen eigenen Stil zu entwickeln. Insofern ist die Komposition eines Concertos für Gitarre und Orchester ein Schritt, der sich logisch in seine musikalische Entwicklung einpaßt. Über das klassische Thema des Orchesters bleibt dem Solisten der Freiraum zur Improvisation.
Die Improvisation als alle Stücke von Snétberger durchziehendes Grundprinzip liefert auf der CD auch den Brückenschlag zu den drei Duo-Stücken, die gemeinsam mit Markus Stockhausen entstanden sind. Die Kenntnis des Concertos und die Verständigung über wenige Grundlagen reichten den beiden Musikern aus, um in kurzer Zeit Stockhausens Trompete und Snétbergers Gitarre zu einem reizvollem akustischen Ganzem zu verschmelzen. Diese interessante musikalische Verbindung funktioniert wohl auch deshalb so gut, weil beiden Musikern das Interesse an Neuem, die Suche nach verschiedenen musikalischen Einflüssen sowie die Arbeit mit Musikern ganz unterschiedlicher Kulturkreise gemein sind.
Ferenc Snétberger hatte von Beginn seiner Musikerlaufbahn an eine große Affinität zu klassischer Musik. Seine bis heute andauernde Begeisterung für die Musik von Johann Sebastian Bach nahm bereits auf der Musikschule, die er als Jugendlicher besuchte, ihren Anfang. Einen Namen machte sich Ferenc Snétberger nach dem Studium am renommierten Jazzkonservatorium Budapest als Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz. Sein Anspruch ist es, immer wieder eigenes und neues zu komponieren und zu spielen.
Snétbergers Instrument ist die Gitarre, seine Passion die Improvisation. Den Gedanken für ein klassisches Orchesterstück mit Gitarre gab es daher schon lange. Den Anstoß diesen Gedanken auch tatsächlich auf Papier zu bringen, erhielt Snétberger 1995 aus Israel. Ein dort lebender Komponist hatte zum 50. Jahrestag des Endes des Holocaust verschiedene klassische Musiker rund um den Globus gebeten, Musik zum Thema zu schreiben. Snétberger, selbst Roma, komponierte das Concerto für Gitarre und Orchester und nannte es "In Memory Of My People". Für die Aufnahme konnte er das renommierte Franz Liszt Kammerorchester in Budapest gewinnen. Mit diesem Klangkörper sind auch öffentliche Auftritte geplant.
Bis heute gibt es vergleichsweise wenig Literatur für Gitarre und Orchester, die bekanntesten Werke stammen von Vivaldi und Rodriges. Snétbergers Concerto unterscheidet sich vor allem dadurch, daß die Solostimme nur grob durch Noten beschrieben ist, er sich die Freiheit zur Improvisation auch in der Klassik erhält. 
Die CD "For My People" besticht durch ihre Vielseitigkeit bei gleichzeitig klarer Dramaturgie. Im Mittelpunkt steht das Concerto für Gitarre und Orchester. Das Thema wird bereits in den Duo-Stücken für Gitarre und Trompete vorbereitet. Zwei klassische Stücke für Solo-Gitarre bilden den Abschluß und Resonanzraum für das Werk.
Olaf Jacobs