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Kaum ein anderer Beherrscher der klassischen Nylonstring verbindet so
kunst- und gefühlvoll meisterliche klassische Technik und süd-
wie nordamerikanische Prägungen und vermag sein zigeunerisches Erbe
derart stilvoll zur Weltsprache emporzuspielen. Hohe Kunst der Solo-Gitarre (...). Ferenc Snétberger erweist
sich als musikalischer Weltbürger, als Vermittler multikultureller
Werte. ... eine faszinierende Klangwelt, die zwischen Klassik, Jazz und Folklore
steht, ohne damit 'wurzellos' oder 'eklektisch' zu wirken. (...) Snétberger
formuliert eine multikulturelle Musiksprache, die den Namen verdient:
Seine Musik ist weitgereist und offen, aber gleichzeitig individuell.
(...) Schöner kann Solo-Gitarre nicht sein. Duo Snétberger-Friedman: Ein Abend der fragilen akustischen Momente, deren Zauber sich vorsichtig,
aber nachhaltig entfaltet. Da gibt es einen Jazzgitarristen der Sonderklasse (...). Sein Name:
Ferenc Snétberger. Seine Arbeit ist fern gängiger Kategorien
und Klischees. Wenn er Jazz spielt, ist es Jazz, wenn er Latin spielt, ist es Latin
- zuweilen geht das auch gleichzeitig - egal, ob solo oder mit Band. (...)
Der Unterschied zu vielen anderen Versuchen dieser Art ist, daß
der crossover hier funktioniert. Die Besessenheit der Musiker erwärmte an diesem Abend alle. Auf sechs Nylonsaiten vollführte er die ausbalancierte Gratwanderung
zwischen klassischer Gitarrenliteratur, improvisiertem Jazz und östlicher
Folklore. (...) Temperamentvolle, heißblütige Akkorde wechselten
sprunghaft mit virtuosen Saitenläufen, die zu vollführen dem
sterblichen Menschen eigentlich eine dritte Hand geliehen werden müßte. (...) sein Puls ist die Musik des neuen Brasilien, der Bossa Nova. (...)
Eine bisher so noch kaum gelungene Integration der traditionellen Jazzimprovisation
in den Rahmen klassisch und folkloristisch geprägter Gitarrenmusik
sowie die virtuose Beherrschung auch ungewöhnlicher perkussiver Rhythmustechniken
schlagen auf die sowieso schon randgefüllte Habenseite der gitarristischen
Perfektion Ferenc Snétbergers. Der in Berlin lebende Ungar konzentriert sich auf die Erarbeitung differenzierter
Tonspektren und ausgewogener, harmonischer Zusammenklänge und gehört
derzeit zu Europas besten akustischen Gitarristen. Ein grandioser Nylonsaiten-Techniker, der rasante Läufe, Tremolo-
und Flageolett Kunststücke beiläufig unterjubelt und durch atmosphärische
Finesse jeden Gitarrenfan besticht. A talented improviser who can display intensity and passion at a quiet
volume. Snétberger trifft mit seinen Stücken immer den richtigen
Ton, ohne nachzuahmen. Was er spielt, ist Jazz, ist Klassik, ist Brasilien - man lausche nur
seinem "Manha De Carnaval" (vulgo: "Orfeo Negro")
mit seinen großen Verfremdungen. Auf die versteht er sich blendend,
was exemplarisch deutlich wird an seiner Django gewidmeten "Variation",
einer exquisit-modernen Antwort auf des Meisters "Nuages". Snétbergers
große Kunst ist der Dialog zwischen Heute und Gestern, ist Synthese.
Große Gitarrenmusik. Selten aber, wenn überhaupt je, hat es ein einziger Gitarrist vermocht,
eine musikalische Sprache in sich reifen zu lassen, die auf so mustergültig
reine, außerordentlich geschmackvolle und kultivierte Weise (...)
ein gitarristisches Idiom zu schaffen versteht, das "östliche"
Folklore, Jazz und klassischen Ausdruck und Technik zu neuer Synthese
bringt. "Dieser Mann ist ein Ding der Unmöglichkeit. Welcher Gitarrist ist denn
noch gleichermaßen in Klassik und Jazz zu Hause? ... Hört man... Ferenc
Snétberger spielen, wird seine Ausnahmestellung unmittelbar klar. Mit
unerhörter Virtuosität und großer Musikalität verfügt er über ein umfassendes
Arsenal von Gitarrenspielweisen: über die Anschlagkultur eines Klassikers
ebenso selbstverständlich wie über die Rasgueados, Tremoli und Hochgeschwindigkeitsläufe
des Flamencos, die harmonische Sophistication des Jazz und die Impulsität
der Zigeunermusik.... Seit 1988 lebt Ferenc Snétberger in Berlin und macht
mit jeder Platte seine Ausnahmestellung mehr deutlich - vom solistisch
eingespielten "Budapest Concert" über die Trio-Platte "Obsession" zum
ambitionierten Konzert für Gitarre und Orchester "For My People", das
er dem Andenken der im Nationalsozialismus verfolgten Sinti und Roma gewidmet
hat. In Ferenc Snétbergers Klangkosmos begegnen sich Francisco Tarrega,
Jim Hall, Johann Sebastian Bach und Django Reinhardt, und man gewinnt
den Eindruck, dass diese unterschiedlichen Figuren in Snétbergers Welt
schon lange gute Freunde sind." |
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